Wir informieren

August 2020
„Ich bleibe in Deutschland, weil…“. Menschen mit Migrationsgeschichte schreiben in einem Wettbewerb über ihr Leben in München.

Die Initiative „Literatur – Kultur – Kommunikation“, die sich über das „House of Resources“ beim Netzwerk MORGEN e. V.,  gegründet hat, lädt zu einem besonderen Schreibwettbewerb ein. Sie ermutigt Menschen, die in einem Alter ab 18 Jahren nach Deutschland gekommen sind und aktuell ihren Wohnsitz in der Stadt oder im Landkreis München haben, sich zu beteiligen. Das von Chiara Vigoriti-Zeller initiierte und koordinierte Projekt gibt ihnen die Möglichkeit, anderen aus einer vielfältigen und oft unbekannten Welt zu berichten. Hier liegen der besondere Reiz und die Chancen des Schreibwettbewerbs. Sollte sich das Angebot bewähren, findet das Ganze jährlich statt.

Die in deutscher Sprache geschriebenen Prosatexte (maximal 10.000 Zeichen inkl. Leerzeichen) können bis zum 15. Oktober 2020 eingereicht werden. Sie sollen selbstverfasst und bisher noch nicht veröffentlicht sein. Für die drei besten Texte steht ein Preisgeld von 500 € zur Verfügung. Eine unabhängige Jury entscheidet und lädt die Preisträgerinnen und Preisträger im Dezember 2020 zu einer besonderen Veranstaltung ein. Auf ihr werden auch Texte und Projekt einem größeren Publikum präsentiert. Es lohnt sich, dabei zu sein!

Weitere Informationen unter literaturwettbewerb.muenchen@gmail.com.

 

Stärkung und Entwicklung der Öffentlichkeitsarbeit für Migrantenorganisationen und -initiativen: Preis des Kulturreferats der Landeshauptstadt München für die drei besten Mikroprojekte 2019

Von Juni bis Dezember 2019 wurden vom Projekt „House of Resources“ (HoR) bei MORGEN e. V. acht Mikroprojekte von Migrantenorganisationen und –initiativen (MO) gefördert. Die sechsköpfige Jury des HoR hat entschieden, welche Projekte besonders gelungen waren und welche MO dafür in ihrer Öffentlichkeitsarbeit speziell gefördert werden. Nabila Abdel Aziz, freie Journalistin beim Bayerischen Rundfunk und Vertreterin der „Neuen Deutschen Medienmacher“ in München, wird dafür mit den Beteiligten zusammenarbeiten und sie gezielt unterstützen.

HoR und MORGEN e. V. gratulieren ganz herzlich allen zum Preis des Kulturreferats!

1. Platz: Die „CC Initiative“ von Carla Scheidegger und Carola Wegerle: „Ich bin die Richtige! – Das erfolgreiche Vorstellungsgespräch“

Die 2019 entstandene Initiative hat zahlreiche Frauen mit Migrationsgeschichte und Fluchterfahrung aus Brasilien, Bosnien-Herzegowina, Russland und Togo gezielt unterstützt. Das viertätige Seminar hat sich besonders auf die Chancen und Möglichkeiten von Frauen auf dem Arbeitsmarkt konzentriert. Dieser ist für Frauen eine besondere Herausforderung, denn gerade sie sind mit vielen Dingen befasst, z. B. der Suche nach einer Tätigkeit, Haushaltsorganisation, Kinderbetreuung und dem Pendeln zwischen diversen Anlaufstellen für individuelle Bedürfnisse sowie die von Kindern und Familie insgesamt.

Das Seminar hat genau dies aufgenommen und mit Inhalten und Methoden gearbeitet, die auf die Teilnehmerinnen zugeschnitten waren. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Alle Teilnehmerinnen gaben an, dass sich ihre Erwartungen an das Seminar zu einhundert Prozent erfüllt hätten und sie das Seminar weiterempfehlen könnten. Hierzu eine Stimme:

„Für mich war der letzte Tag sehr interessant. Wir konnten, was wir in den ersten drei Tage gelernt haben, in einem Vorstellunggespräch üben. Und dann haben wir ein Feedback bekommen. Das war super.“

 

2. Platz: BKUD RADOST e. V.: „München mit Liebe“

Der 2019 vor allem von jungen Erwachsenen und ihren Familien aus Bosnien-Herzegowina gegründete Verein ist Mitglied bei MORGEN e. V. und hat mit seinen Aktivitäten auf sich aufmerksam gemacht. Über das Mikroprojekt wurden bekannte und vor allem unbekannten Teile von bosnisch-herzegowinischer Geschichte, Kultur und Tradition aufbereitet. Vor allem die Musik- und Tanzvorstellung „München mit Liebe, ein Abend voller Sevdah und Folklore“ mit mehr als 300 Teilnehmenden stieß auf große Resonanz – und dies nicht nur in der eigenen Community, sondern darüber hinaus. Gleiches gilt für eine Buchvorstellung und weitere Treffen. Dass der Verein am Ende des Mikroprojekts seine Arbeit umfassend evaluiert und dokumentiert hat, unterstreicht sein Streben nach Professionalisierung und Zusammenarbeit mit anderen Communities und Netzwerken.

 

3. Platz (bei Punktegleichheit zweimal vergeben): Sunu Dome e. V. und Venezuela en Baviera e. V.

Sunu Dome e. V.: „Interkulturelles Wochenende zum Mitmachen“

Menschen aus Vereinen, Initiativen und Communities in München sind meist auf vielfältige Weise mit ihren Herkunftsländern und –regionen verbunden. Über die eigene Community hinaus bringt Sunu Dome e. V. Menschen zusammen, informiert über die eigenen Aktivitäten in München, bindet Kooperationspartner in München ein und ist in der Entwicklungszusammenarbeit aktiv. Um weitere Unterstützung für die Aktivitäten zu erhalten, wurden auf dem fünfjährigen Vereinsjubiläum 2019 vielfältige Informationen und Diskussionen insbesondere zu den Themen Bildung, Kultur und Identität angeboten. Auch in München geht es laufend um die Identität der Community, ihre Beteiligung am Gemeinwesen und die Förderung von Zukunftsperspektiven. Sunu Dome e. V. hat auch vor dem Hintergrund der zunehmenden Zahl von Geflüchteten, auch aus dem Senegal, eine bedeutende Integrationsfunktion übernommen.

Der Frage nach der Wirkung von Maßnahmen in Deutschland und im Senegal, der Rolle der Community und ihrer Identitäten sowie der interkulturellen Kooperation aus Münchner Sicht galt daher besonderes Augenmerk bei den Präsentationen, Informationen und Diskussionen. An ausgewählten Beispielen von Beteiligung wurde dies konkret. Hierbei ging es immer auch um die Frage, ob das Beispiel Senegal und die von Sunu Dome e. V. gemachten Erfahrungen Modellcharakter haben. Dazu äußerten sich Repräsentantinnen und Repräsentanten aus dem Migrationsbeirat der Landeshauptstadt München, weitere Fachleute sowie eigenes Lehrpersonal mit Erfahrungen aus zahlreichen Ländern.

Mit Beispielen aus dem Nähprojekt wurden Kinder, Jugendliche und Erwachsene dazu motiviert, an dem Wochenende selbst aktiv zu werden und Dinge auszuprobieren. Dadurch wurden letztlich auch die Maßnahmen im Senegal „erlebbar“ gemacht, grundsätzlich immer unter Betonung der jeweiligen Rahmenbedingungen und spezifischen Kontexte. Das Wochenende hatte Modellcharakter, dem man Nachahmung wünscht.

Venezuela en Baviera e. V.: „Gran Verbena Venezolana“, Seminar „Veranstaltungsmanagement“ und Jahresbilanz

Der Verein wendet sich an Menschen aus Venezuela, doch schließt er in seine Arbeit Personen und Gruppen aus südamerikanischen wie beispielsweise auch aus afrikanischen Ländern ein. Geflüchtete aus unterschiedlichen Ländern gehören somit auch zu den Zielgruppen der Vereinsarbeit. Die Aktivitäten gehen weit über die Vermittlung von Kultur und Traditionen hinaus und schließen Beratung und Begleitung von Migrantenorganisationen, –initiativen und Communities hinaus.

Die „Gran Verbena Venezolana“ mit Kultur, Tanz und Musik sowie Beratungsangeboten und Austausch bindet immer mehr Kooperationspartner ein. Dadurch stieg auch das Beratungsangebot auf der Veranstaltung z. B. in den Bereichen Soziales, Recht, Wohnen, Familie, Erziehung, Anerkennung von ausländischen Zeugnissen, Asyl, Migration/Integration, Bildung oder Arbeitswelt. In mehr als 13 verschiedenen Sprachen wurden Personen erreicht. In der Wirkung entstanden weitere Projekte, Kontakte, Arbeitsschwerpunkte und Vernetzungen. Dies kann sich ebenso sehen lassen wie die Zahl der Besuchenden mit über 350 Personen trotz des schlechten Wetters.

Das Abendseminar zu dem komplexen Thema „Veranstaltungen“ bot ein Kernthema von Migrantenorganisationen, – initiativen und Communities an. Praktische Tipps und Beispiele machten das Treffen so konkret, dass die Teilnehmenden von den Präsentationen und dem intensiven Austausch profitiert haben. Es wurde angeregt, auch andere Formate wie Webinare dazu anzubieten.  Dafür will Venezuela en Baviera die zunehmende Zahl von Kooperationen nutzen.

 

Vereins-Knowhow

Das HoR berät, begleitet und vermittelt in Themenbereichen, die sich um die Arbeit von Vereinen, Initiativen oder Gruppen drehen. Dazu einfach Kontakt zum HoR aufnehmen!

 

 

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