
Von queerer Kunst bis zur neuen Website
Viele Mikroprojekte und Einzelmaßnahmen sind derzeit noch im Gange, einige konnten bereits erfolgreich abgeschlossen werden. Hier ein kurzer Überblick der vielfältigen Projekte und Akteur*innen:
WE SAVAGE LIVE – Street Poetry & mehrsprachige Rap Cypher
Am 10. Januar 2026 fand im Gorod Kulturzentrum die Veranstaltung „WE SAVAGE LIVE – Street Poetry & mehrsprachige Rap Cypher“ statt. Organisiert vom AK Panafrikanismus unter Moderation von Jiréh Emanuel, bot sie eine Bühne für junge Künstler*innen.
Das Programm beinhaltete Open Mic Cypher in Deutsch, Englisch, Französisch, Wolof, Lingala, Ukrainisch u. a. – mit Special Guests und Support-Acts. Zielgruppe: Jugendliche aus Hip-Hop-, Poetry- und migrantischen Communities. Die Veranstaltung stärkte kulturelle Teilhabe, Mehrsprachigkeit und interkulturellen Austausch in der Afrodiaspora. DIe Förderung durch House of Resources München ermöglichte Empowerment und Community-Networking – perfekt für München urban.

Theaterprojekt „Expatriadas“
Im Rahmen eines kulturellen Programms haben die Künstlerinnen María Eugenia Blanco und Nahir Figueroa von SocialClownsMunich (freie künstlerische Initiative) das Theaterprojekt „Expatriadas“ umgesetzt. Sie erkundeten Migrationsthemen wie Ankommen, Orientierung, Identität und Zugehörigkeit durch Clown-Theater, Maskenarbeit und physisches Theater. Das Projekt schuf eine performative Sprache für Fremdheit und Entdeckung, trotz Herausforderungen bei der Verallgemeinerung persönlicher Geschichten. Es förderte Dialog und eröffnet Perspektiven für weitere Arbeiten – ein wertvoller Beitrag zu Empowerment und kulturellem Austausch in München.
Braided Voices – Wissen, Tradition und Empowerment durch Haarkultur
In der Workshop-Reihe „Braided Voices“ vermittelten Queen Lizzy und Jahmila Jody (AfroJugend MUC) nicht nur handwerkliches Können, sondern auch tiefes kulturelles Wissen rund um schwarze Haartraditionen. Die Reihe bestand aus zwei Teilen:
- Cornrows (Teil I) mit 30 Teilnehmenden – darunter Mitglieder Schwarzer Communities, Eltern Schwarzer Kinder und weiße Allies.
- Locs (Teil II) mit 14 jungen Erwachsenen (22–24 Jahre).
Im theoretischen Teil standen die historische und globale Bedeutung schwarzer Frisuren im Mittelpunkt. Anhand von Dokumentationen wurden kulturelle Aneignung sowie die Problematik des Begriffs „Dreadlocks“ diskutiert. Offene Reflexionsrunden boten Raum für Austausch, Fragen und Bewusstseinsbildung. Im praktischen Teil zeigten Queen Lizzy und Jahmila Jody schonende Haarpflege, Flechttechniken und einen respektvollen Umgang mit den Haaren der Models – stets mit dem Fokus auf Schmerzfreiheit, Achtsamkeit und Wertschätzung.

Workshop Serafina – Kulturelle Integration und interkultureller Austausch
Der Workshop „Serafina“ von Casa do Brasil unter Leitung von Giovanna Bader war eine integrationsfördernde Maßnahme für neue Einwander*innen in München. Durch kreative Methoden wie Kunst, Musik und gemeinschaftsbildende Aktivitäten wurden soziale Teilhabe, interkulturelles Verständnis und nachhaltiger Zusammenhalt gefördert. Teilnehmende erhielten einen geschützten Raum, um kulturelle Identität auszudrücken, voneinander zu lernen und Vertrauen aufzubauen. Dies stärkte persönliche Integration und Empowerment.
Die Planung und Umsetzung schulte das Team in Projektmanagement, interkultureller Moderation und Netzwerkaufbau. Sie erhöhte Sichtbarkeit und positionierte Casa do Brasil e.V. stärker in Kooperationen: „Der Workshop dient der internen Qualifizierung für professionellere Integrationsprojekte.“

Website-Relaunch für Farhang e.V. und Kusikuna e.V.
Zwei Websites wurden mit Hilfe des Media Packets erfolgreich überarbeitet: Farhang e.V. (farhang-muenchen.de) und Kusikuna e.V. (kusikuna.de). Dies stärkt die digitale Präsenz migrantischer Organisationen in München.
Das Media Packet lieferte Design-Tools, Inhalte und technische Unterstützung. Der Relaunch umfasste moderne Layouts, barrierefreie Strukturen und aktuelle Projektinformationen, um Reichweite und Nutzerfreundlichkeit zu steigern.
Frische Websites fördern Sichtbarkeit, Netzwerkaufbau und Community-Engagement bei Farhang e.V. (kulturelle Integration) und Kusikuva e.V. (kulturelle Projekte). Dies unterstützt Empowerment und interkulturellen Austausch – ein nachhaltiger Schritt für die Diaspora in München.

Ausstellung „Rote Wiederbelebung“
Vom 22. Februar bis 1. März 2026 zeigte das Künstler*innen-Kollektiv Sûr im Kulturladen Westend die Ausstellung „Rote Wiederbelebung“. Der Fokus lag auf marginalisierten Körpern und queeren Perspektiven aus Kurdistan – öffentlich sichtbar gemacht in München.
Zilan eröffnete mit Performance und Lesung des Kinderbuchs „Jina“ (weiblicher Körper im Exil). Ata schloss mit der Videoinstallation „Einzelhaft“ (Isolation und Protest nach Jinas Ermordung).
Offene Diskussionen (z. B. mit Filmhochschüler*innen) reflektierten Sichtbarkeit und Widerstand. Trotz Kriegs-Herausforderungen (Datentransfer) entstand inklusiver Raum für Begegnung und Reflexion – ein starker Beitrag zu Empowerment und kulturellem Dialog.

Gründungsveranstaltung Hazara-Dachverband
Die Gründungsveranstaltung und Vernetzungskonferenz des Dachverbands der Hazara-Organisationen in Deutschland markierte einen historischen Schritt für die Hazara Community in München. Sie brachte Vertreter*innen zusammen, um Strukturen für Advocacy, Kultur und Integration aufzubauen.
Der Dachverband stärkt die Stimme marginalisierter Hazara, fördert Vernetzung und Empowerment. Mehr im ausführlichen Beitrag: Historischer Schritt – Gründung des Bundes.
Die anderen Mikroprojekte sind noch im Gange und werden zu gegebener Zeit auf der Website vorgestellt.
Wichtiger Hinweis: Da die Fördermittel 2026 leider etwas geringer ausfallen, ist aktuell das Budget für Mikroprojekte vorerst ausgeschöpft. Wir geben bekannt, sollten wir nochmals Mittel vergeben können.
Der Beitrag Mikroprojekte 2026: Sichtbar. Vernetzt. Gestärkt. erschien zuerst auf MORGEN München.